Haarraubwild

Unter dem Begriff Haarraubwild versteht man jene Raubsäuger, die im Jagdgesetz angeführt sind.
Der juristische Begriff „Raubzeug“ wird oft mit dem Begriff „Raubwild“ verwechselt oder bewusst falsch verwendet. Als „Raubzeug“ werden wildernde Hunde, streunende Katzen und die Rabenvogelarten Elster, Eichelhäher, Raben- und Nebelkrähe angeführt. Bei den Raubwildarten unterscheidet man Hundeartige, Katzenartige, Marderartige, Bären und Kleinbären.

Kleines Wiesel / Mauswiesel

Das Mauswiesel (Mustela nivalis) zählt, ebenso wie sein größerer Verwandter das Hermelin, zur Familie der Marderartigen. Der langgestreckte Körper des Mauswiesels ist äußerst beweglich.
Es ist das kleinste Raubsäugetier in unseren Breiten, das andere Warmblüter – hauptsächlich Kleinsäuger – im Beutespektrum hat. Der Balg ist oberseits braun, die Unterseite weißlich, die Trennlinie dazwischen – im Gegensatz zum Hermelin – zackig und nicht scharf. Das Mauswiesel kann im Winter bis auf die schwarze Rutenspitze rein weiß.

  • Ranzzeit: Frühling und Spätsommer; kann bei guter Nahrungssituation ganzjährig sein
  • Trächtigkeitsdauer: 34 bis 37 Tage
  • Junge: 3 – 10
  • Verbreitung: Mauswiesel kommen bis über die Waldgrenze hinauf vor, meiden jedoch große geschlossene Waldgebiete. Sie bevorzugen abwechslungsreiches Gelände mit Wiesen und Hecken; insbesondere in landwirtschaftlich genutzten Gebieten erreichen sie im Sommer hohe Populationsdichten. Gerne halten sie sich auch in der Nähe von Wirtschaftsgebäuden auf.

Großes Wiesel / Hermelin

Das Hermelin (Mustela erminea) gehört, ebenso wie sein kleinerer Verwandter das Mauswiesel oder kleines Wiesel (Mustela nivalis), zur Familie der Marderartigen. Gemeinsam mit dem Mauswiesel zählt es zu den kleinsten Raubsäugetieren. Der langgestreckte Körper des Hermelins ist äußerst beweglich. Der Balg ist oberseits braun, die Unterseite weißlich, die Trennlinie dazwischen – im Gegensatz zum Mauswiesel – scharf. Das Hermelin ist im Winter bis auf die schwarze Rutenspitze rein weiß.

 

  • Ranzzeit: April – Juli
  • Trächtigkeitsdauer: rund 40 Wochen inkl. Keimruhe (etwa bis Februar)
  • Wurfzeit: April
  • Junge: 5 – 6
  • Verbreitung: Hermeline kommen bis über die Waldgrenze hinauf vor, meiden jedoch große geschlossene Waldgebiete. Sie bevorzugen abwechslungsreiches Gelände mit Wiesen und Hecken, besiedeln auch gerne wassernahe Lebensräume. Gerne halten sie sich auch in der Nähe von Wirtschaftsgebäuden auf.

 

Baummarder / Edelmarder

Der Baummarder (Martes martes) hat dichtere, längere und weichere Grannenhaare als der Steinmarder. Die Unterwolle ist gelblich. Die Sohlen seiner Branten sind behaart. Sein Körper ist schlanker und hochläufiger als der des Steinmarders. Auch sein Kopf wirkt schlanker, spitzer und höher. Die Gehöre sind länger und dreieckig. Der Kehlfleck des Baummarders ist meist dottergelb bis orangefarben und unregelmäßig, zum Teil in Einzelflecken aufgelöst. Von dieser Regel gibt es jedoch leichte Abweichungen. Der Nasenspiegel des Edelmarders ist braun gefärbt.

  • Ranzzeit: Juli – August
  • Trächtigkeitsdauer: 40 Wochen inkl. Keimruhe (August – Dezember)
  • Wurfzeit: April
  • Junge: 3 – 4
  • Verbreitung: Edelmarder bevorzugen zusammenhängende Wälder; offene Flächen werden gemieden. In Niederösterreich kommt er bis zur Waldgrenze vor. Altholzbestände mit einem entsprechenden Angebot an Baumhöhlen und einer Bestandesstruktur, die gute Kleinsäugerlebensbedingungen (Mäuse) bietet, werden bevorzugt. Im Gegensatz zum Steinmarder ist der Edelmarder Kulturflüchter.

 

Steinmarder

Der Steinmarder (Martes foina) hat einen schlanken, gedrungenen, kurzläufigen Körperbau (Kopf-Rumpf-Länge 40 – 50 cm) und eine 21 – 27 cm lange, buschige Rute. Rüden werden größer und schwerer als Fähen. Der Kopf ist relativ kurz, ca. 6 cm breit und sehr flach. Die Ohren sind kurz, breit und abgerundet. Das Fell hat eine grau- bis schwarzbraune Grannenfärbung, die Unterwolle schimmert weiß durch. Sein weißer Kehlfleck ist zu den Vorderbeinen hin gegabelt. Der Nasenspiegel des Steinmarders ist meist fleischfarben. Die Sohlen der Pfoten sind unbehaart.

 

  • Ranzzeit: Juli – August
  • Trächtigkeitsdauer: 40 Wochen inkl. Keimruhe (August – Dezember)
  • Wurfzeit: April
  • Junge: 3 – 4
  • Verbreitung: Der Steinmarder ist in ganz Niederösterreich verbreitet. Er kann bis zu einer Höhe von 2000 Meter über dem Meer vorkommen, entwickelte sich aber zusehends zu einem echten Kulturfolger. Sogar in der Großstadt fühlt er sich wohl. Mancher Autobesitzer konnte schon unangenehme Bekanntschaft mit ihm machen.

 

Iltis

Der zur Familie der Marderartigen zählende Iltis (Mustela putorius) ist vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Rüden werden zwischen 1 und 1,5 Kilo schwer, Fähen nur rund 0,75 Kilo. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt zwischen 35 und 46 cm. Charakteristisch ist vor allem die Gesichtsmaske. Zwischen Sehern und Gehören setzen sich helle weißliche Streifen vom sonst dunkelbraunen Kopf ab. Bei Bedrohung oder Aufregung entleert der Iltis sein stark riechendes Analdrüsensekret, was manchen Feind vom Angriff abhält.

  • Ranzzeit: Februar – August (Schwerpunkt März – Juni)
  • Trächtigkeitsdauer: 42 Tage
  • Junge: 4 – 7
  • Verbreitung: Der Waldiltis kommt in ganz Niederösterreich bis zu einer Höhe von rund 1500 Metern Seehöhe vor. Er meidet große geschlossene Waldgebiete und bevorzugt vor allem Waldrandzonen sowie Feuchtgebiete. Im Winter wird er auch in der Nähe menschlicher Siedlungen angetroffen. Im äußersten Osten Österreichs kommt noch eine Unterart, nämlich der Steppeniltis (Mustela eversmanni), vor, der heller als der Waldiltis ist.

Rotfuchs

Der Fuchs (Vulpes vulpes) gehört zur Familie der Hundeartigen. Seine Kopf-Rumpf-Länge beträgt 80 – 90 cm und seine Widerristhöhe nur 35 – 45 cm, wobei die Fähe in der Regel kleiner ist als der Rüde. Dadurch ist er äußerst wendig und schnell und kann sich ausgesprochen gut anpirschen. Der Balg des Fuchses ist an der Oberseite gelbrot, die Bauchseite ist heller. Die Lunte weist sehr lange Grannenhaare auf und die Luntenspitze ist weiß gefärbt („Blume“). Die Gehöre und die Vorderseite der Pfoten sind schwarz. Allerdings gibt es kaum zwei Füchse, deren Fell genau gleichgefärbt ist. Der Fellwechsel findet nur einmal im Jahr, und zwar im Frühjahr (April – Mai) statt.

  • Ranzzeit: Ende Dezember – Februar
  • Trächtigkeitsdauer: 53 Tage
  • Wurfzeit: März – April
  • Welpen: 3 – 6
  • Verbreitung: Als Kulturfolger kommt er in praktisch allen Lebensräumen – von der Au bis ins Gebirge – vor, auch in Wäldern nahe großer Städte sind seine Fuchsbauten zu finden. Ihn selbst kann man sogar in den Randbezirken großer Städte schnüren sehen.

 

Marderhund

Der Marderhund (Nyctereutes procyonoides), der zur Familie der Hundeartigen gezählt wird, ähnelt in Gestalt, Gesichtszeichnung und Haarkleid dem Waschbären. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 80 cm und ein Gewicht von 4 bis 6 Kilo, wobei im Herbst Fettvorräte für die unter Hundeartigen einmalige Winterruhe angelegt werden und so bis zu 10 Kilo erreicht werden können.

 

 

  • Ranzzeit: Februar – April
  • Trächtigkeitsdauer: 60 Tage
  • Wurfzeit: April – Juni
  • Welpen: 5 – 8
  • Verbreitung: Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Einwanderers Marderhund liegt in Ostsibirien, in der Mandschurei, Nordchina und Japan. Die ersten Nachweise in Österreich stammen bereits aus dem Jahr 1954. Heute kommt es immer wieder vor, dass ein Marderhund auch in Niederösterreich gesehen wird.

 

Waschbär

Der Waschbär (Procyon lotor) ist ein Kleinbär mit dichtem, überwiegend grauem Balg und deutlich hervortretender schwarzer Gesichtsmaske. Die Rute, die dunkle Ringe aufweist, ist rund 30 cm lang. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 40 bis 70 cm und ein Gewicht von 5 bis 8 Kilo, ist aber im Herbst deutlich schwerer als im Frühjahr. Während der Wintermonate hält der Waschbär eine Winterruhe.

  • Ranzzeit: Februar – März
  • Trächtigkeitsdauer: rund 63 Tage
  • Wurfzeit: Mai
  • Junge: 3 – 5
  • Verbreitung: Der Waschbär stammt aus Nordamerika und wurde in den 1930er Jahren in Hessen in Deutschland ausgesiedelt. Zusätzlich, aus Pelztierzuchten, ausgekommene Tiere beschleunigten die rasche Ausbreitung. Die ersten Nachweise in Österreich kamen aus dem Jahre 1974 aus Salzburg. Heute kommt es auch immer wieder zu Sichtungen in Niederösterreich.
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